Bio am Schulkiosk

Vorteile von Bio-Produkten am Schulkiosk:

Für Bio-Lebensmittel in der Kinderernährung gibt es starke Argumente:

  • Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und chemisch-synthetischen Düngemitteln ist verboten
  • Fleisch und Milch stammen aus artgerechter Tierhaltung
  • Keine Geschmacksverstärker
  • Aromen nicht natürlichen Ursprungs sind tabu
  • Ohne Gentechnik in Produktion und Verarbeitung

Bio-Produkte erkennen

Das Bio-Siegel ist ein einheitliches Zeichen für alle Öko-Produkte in Deutschland und kennzeichnet deutsche sowie importierte Produkte. Nur wer die Regeln der EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau erfüllt und sich regelmäßig kontrollieren lässt, darf seine Waren mit dem Siegel auszeichnen.
Seit dem 1. Juli 2010 gibt es das europäische Bio-Siegel. Das deutsche Bio-Siegel darf weiterhin genutzt werden. Darüber hinaus lassen sich Bio-Produkte an der Codenummer sowie den Siegeln der Anbauverbände erkennen. Die Bio-Verbände haben oftmals strengere Richtlinien als die EU-Bio-Verordnung, die als Basis die gesetzliche Grundlage bildet.

 Bio-Produkte bestellen

Vom Supermarkt bis zum Naturkost-Großhändler: Überall gibt es Möglichkeiten, Bio-Produkte zu kaufen. Neben dem konventionellen Großhändler, der Bio-Produkte gelistet hat, gibt es eine Reihe von Naturkost-Großhändlern, die regional oder bundesweit agieren. Um ökonomisch arbeiten zu können, ist es wichtig, dass Sie von einem Händler beliefert werden. Nur so erhalten Sie Großhandelspreise bzw. können Sonderkonditionen bei Abo-Kisten-Anbietern aushandeln.
Klären Sie bei der Direktbelieferung vom Bio-Erzeuger bzw. Bio-Bäcker die Produktpalette, Mindestbestellwerte und Anlieferoptionen. Um die Mindestbestellwerte des Großhandels zu erreichen, empfiehlt es sich, verpackte, länger haltbare Ware seltener, dafür aber in größeren Mengen zu bestellen.

Beschaffung von Bio-Produkten

Tipps zur Vorgehensweise:
Nehmen Sie Kontakt zu verschiedenen Lieferanten auf, die für Sie in Frage kommen.
Lassen Sie sich eine Sortimentsliste schicken und vergleichen Sie die Preise. Bestellen Sie eine Lieferung zur Probe. Gegebenenfalls lässt sich zu Beginn der Mindestbestellwert nach Absprache reduzieren, um Bio schrittweise einzuführen. Bei Abo-Kisten-Anbietern können kleinere Einheiten bestellt werden als beim Großhandel. Wir empfehlen Ihnen, langfristige Lieferbedingungen mit persönlichem Kontakt und gegenseitigem Vertrauen anzustreben. Stellen Sie Schritt für Schritt um. Die Schritte dürfen aber nicht zu klein sein, damit Sie die geforderten Mindestbestellwerte erreichen.

Bio-Produkte am Schulkiosk

Erlerntes und Erlebtes müssen auch in der Schule zueinander passen. Themen wie Klima-, Umwelt- und Naturschutz sowie die Grundregeln einer ausgewogenen Ernährung sind heutzutage ganz selbstverständliche Bestandteile des Schulalltags. Durch ein anteilig regionales und ökologisches Schulkioskangebot setzt die Schule ein Zeichen. Schülerinnen und Schüler können ihr erlerntes Wissen in die Tat umsetzen und damit für sich und die eigene Umwelt ein Stück Verantwortung übernehmen. Bio-Lebensmittel sind in der Regel teurer als konventionelle Produkte. Im Schulkioskteam müssen Sie überlegen, wie Sie die Mehrkosten geschickt minimieren und zeitgleich die Akzeptanz für die neuen Produkte steigern können. Die hier beschriebenen Strategien wurden bereits erfolgreich in Schulen erprobt.

Konkret
Tipps zur Einführung von Bio-Produkten:

  • Führen Sie neue Bio-Produkte „in aller Stille“ ein, bis diese sich etabliert haben und outen Sie sie dann erst als Bio-Ware. Alternativ: Sie platzieren neue Bio-Produkte sofort gut sichtbar und optisch ansprechend.
  • Regelmäßige kostenlose Probieraktionen bei der Einführung helfen die neuen und oft unbekannten Waren kennen und „erschmecken“ zu lernen. Stellen Sie schrittweise um.
  • Produkt mit Probezeit: Bieten Sie drei Monate lang ein Produkt an, bevor Sie entscheiden, ob es angenommen oder besser wieder ausgelistet werden soll.
  • Beginnen Sie mit pflanzlichen Bio-Produkten (Brötchen, Müsli, Gemüse u.ä.), die Preisspanne zur konventionellen Ware ist hier geringer als bei tierischen Lebensmitteln.
  • Geschickte Preispolitik: Verkaufen Sie z.B. das belegte Bio-Vollkornbrötchen für 1 € und die Weißmehlbrötchen für 1,20 €. Die herkömmliche Ware hilft so, die Mehrkosten im Bio-Bereich zu subventionieren. Der ökonomische Anreiz für die „gesündere Wahl“ am Schulkiosk ist dabei ein weiterer Vorteil dieser Strategie.
  • Konkurrenzprodukte vermeiden: Steht im Kühltresen ein klassischer Markenjoghurt neben einem Bio-Joghurt, so hat der Neuling geringere Chancen, als wenn er alleine angeboten wird.
  • Begleitende Informationen im Unterricht und als Elterninformation sowie Aktionstage in der Kantine fördern die Akzeptanz.

Fotos:
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Elke Stagat